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16.11.2010
Welche Medikamente helfen gegen Tinnitus?
In der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf...weiterlesen
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16.11.2010

Welche Medikamente helfen gegen Tinnitus?

In der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie werden Medikamente als erste Maßnahme bei akutem und subakutem Tinnitusempfohlen. Hauptsächlich kommen dabei Infusionen mit Medikamenten zum Einsatz, welche zur Verbesserung der Innenohrdurchblutung beitragen. Aber auch Kortisonpräparate und lokale Betäubungsmittel kommen als übliche Medikamente infrage. Sinnvoll ist es jedoch vor der Gabe von Medikamenten, zunächst eine spontane Besserung des Ohrgeräusches ohne medikamentöse Behandlung abzuwarten. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass der Tinnitus innerhalb von 24 bis 48 Stunden von selbst verschwindet. Eine medikamentöse Therapie ist in diesem Fall nicht mehr erforderlich. Wenn Medikamente in der Tinnitus-Therapie angewandt werden, verfolgt deren Gabe in der Regel drei Ziele: Sie soll die Innenohrdurchblutung verbessern. Zusätzlich soll sie die gestörte Signalverarbeitung im Bereich von Innenohr und Hörnerv normalisieren sowie eine normale Nervenaktivität in den Hörzentren des Gehirns wiederherstellen.

Um diese Ziele zu erreichen, kommen meistens folgende Medikamente zum Einsatz, oft in Form von Infusionen, die nach bestimmten Infusionsschemata verabreicht werden:
  • Plasmaexpander, welche die Flüssigkeitsmenge des Blutes erhöhen, sowie Vasodilatatoren wie Pentoxifyllin zur Erweiterung der Blutgefäße
  • Glutamatrezeptorenblocker wie Caroverin
  • lokale Betäubungsmittel wie beispielsweise Novocain
Häufig werden im Rahmen der medikamentösen Therapie des Tinnitus auch Kortisonpräparate eingesetzt. Diese sollen entzündungshemmend auf das Innenohr wirken und der Bildung von Wasseransammlungen (Ödemen) entgegenwirken. Insbesondere werden Medikamenten zur Therapie des Tinnitus in den ersten sechs bis acht Wochen gegeben, nachdem das Ohrgeräusch erstmalig aufgetreten ist. Dies besagt auch die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie hervor, welche die medikamentöse Behandlung hauptsächlich für den akuten und den subakuten Tinnitus empfiehlt.